Kirchengebäude

Baugeschichte: Pfarrer Burmeister engagierte den jungen Architekten Olaf Andreas Gulbransson.
Die Grundsteinlegung fand am 20. September 1953 statt.
Die Kirchweihe fand am 28. März 1954 statt, sechs Monate nach Beginn der Bauarbeiten.

Kirchentuumlre

Kirchentüre

Baubeschreibung: Die große Eingangstüre ist mit einem Lutherbildnis, dass von Olaf Gulbransson entworfen wurde, dem Vater O. A. Gulbransson, geschmückt.

Der Altarbereich nimmt in dem gesamten Kirchenraum einen besonderen Stellenwert ein. Im Innenraum wird er deutlich durch die besondere Lichtführung hervorgehoben. Hinter einer beiderseits kleinen eingeschobenen Wand, befinden sich eingerückte lange und schmale Fenster. Diese sind für die Gemeinde nicht sichtbar, ebenso wie die Fenster an der Decke über dem Altar. So ist der Altarraum umrandet von einem für die Gemeinde nicht sichtbaren Lichtkreis.

Altarfenster

Altarfenster

Betritt man die Kirche und geht ein paar Schritte in den Kirchenraum hinein, erblickt man das runde Altarfenster. Es ist in zwei Dreiecke und vier Kreise gegliedert. Es wurde aus den durch den Krieg entstandenen Scherben des Augsburger Doms errichtet. Der oberste Kreis nimmt das Haupt Christi auf. In den Eckpunkten des großen Dreiecks sieht man die Hände und Füße des auferstehenden Christus mit den Wundmahlen. In den zwei kleinen Kreisen sind Jünger dargestellt. Die bildhafte Zerstückelung des Christus soll das Leid der Welt darstellen.
Der Taufstein als erster Berührungspunkt mit der Gemeinde ist so angeordnet, dass man direkt darauf zuläuft, wenn man die Kirche betritt. Hinter dem Taufstein, fünf Stufen erhöht, befindet sich der Altar. In Höhe der zweiten Stufe steht auf der linken Seite die Kanzel, die mit einem Evangelisten geschmückt ist.

Taufstein

Taufstein

Blickt man vom Altar auf die Empore, sieht man das Fenster und die Orgel. Die Empore beginnt über der Türe der kleinen Wendeltreppe und ragt über das Gestühl der Gemeinde hinweg. Diese könnte zu einem Dreieck spitz zusammenlaufen, wenn nicht ein Halbkreis in der Mitte herausgeschnitten worden wäre.

Die in regelmäßigen Abständen angebrachten Decken- Metallstreben, sind in dem gleichen weiß wie die übrige Decke gehalten. Diese Konstruktion wiederholt Gulbransson in der von ihm gebauten Kirche in Rottach- Egern in Bayern 1955. Im kunstgeschichtlichen Zusammenhang sind die Metallstreben ein typisches Merkmal der Nachkriegsarchitektur. Das Gerüst der Kirche wird nicht länger versteckt, sondern deutlich sichtbar gemacht.

Rückfenster

Rückfenster

Mit dem Bau der Kirche in Pforzheim, welche wohl als erste in Auftrag gegeben wurde, begann laut Frau Gulbransson eine Welle von Aufträgen für Olaf Andreas Gulbransson für Kirchenbauten.
Die Luther- Kirche in Pforzheim ist die erste Kirche, die Gulbransson zum Abschluß gebracht hat. Man erkennt seine Handschrift, die ihn in den nächsten Jahren begleitet hat. Deutlich wird aber auch, die Unbeholfenheit dieses ersten Kirchenbaus. Er trägt alle Züge eines schnellen Aufbaus in der Notzeit nach dem zweiten Weltkrieg.